Samstag, 9. Juli 2011
Mittwoch, 27. Mai 2009
Ok,
es hat doch einen Tag länger gedauert ;-(
Der Reihe nach:
Am Freitag sind wir noch gemeinsam nach Cambados gefahren, natürlich der Klassiker: 1 Stunde hin, eine zurück - um einen Kaffee im Ort zu trinken. Der so angepriesene Ort verbarg seine Schönheit und architektonischen Vorzüge nur allzu geschickt. Vielleicht lag es aber auch am Nieselregen, der pünktlich bei unserer Ankunft einsetzte. Pontevedra 'schenkten' wir uns dann. Abends trafen wir uns mit Terry, Johann, John und Penny und liessen es nochmal richtig krachen...
Am nächsten Morgen lief mit der Heimreise alles glatt: Mietwagenagentur hatte geöffnet, keine Probleme mit der Rückgabe des Wagens, Ryanair war pünktlich, unser Gepäck wog nicht zuviel, die Rückfahrt vom Hahn ohne Stau...unglaublich...
Die Hunde haben sich gefreut, der Laden stand noch, die Umsätze waren in Ordnung...und mein Heuschnupfen meldete sich zuverlässig zurück. Wochenlang wandere ich durch die Felder der Meseta, durch blühende Pappel-, Birken- und was weiss ich was Wälder - nichts. Eine Stunde in Lemgo: dicke Augen....
Zum Wandern an sich:
Drei Wochen raus aus dem Alltag sind sinnvoll, erst nach ca 10 Tagen gewinnt man Abstand zu seinem Alltag und damit zu sich selbst. Gelassenheit stellt sich erst nach 14 Tagen ein und wirkt dann auch deutlich nach. Die Reduzierung des Alltags auf das Wesentliche (nämlich Essen und Schlafstätte) und der Rhythmus des Gehens ermöglichen die Besinnung auf Dinge, die jeden im Innern beschäftigen. Es muss dabei nicht zwingend zu Ergebnissen kommen, die Reflektion allein hat katharsische Wirkung, ein Prozess wird in Gang gesetzt...
Meine Muschel (Erkennungsmerkmal der Pilger) habe ich nach 4 Tagen im Rucksack verschwinden lassen, ebenso habe ich meinen Credencial (Pilgerausweis) nicht mehr abstempeln lassen. Zu sehr schämte ich mich für das Verhalten der meisten 'Pilger'.
Nach meinem Empfinden sind die meisten als Touristen unterwegs, das ist vollkommen legitim. Dann wäre es allerdings ehrlicher, sie würden sich dies eingestehen, die Reise als solche geniessen - und nicht staatstragend und wichtig als Pilger auftreten; Menschen, die aus religiösen oder spirituellen Motiven diese Wanderung unternehmen, gebärden sich anders, spätestens nach 1-2 Wochen. Selbst die einfachsten Regeln des christlichen Umgangs miteinander werden nicht gelebt...
(Ich werde das noch ausführlicher in einem Essay darlegen - allein damit es mir selbst bewusster wird. Dazu brauche ich aber noch 1-2 Wochen...)
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, diese werden allerdings - so meine Erfahrung nach 4 unterschiedlichen Jakobswegen - seltener. Die Überfüllung des Weges und der Infrastruktur sowie die zunehmende Kommerzialisierung machen es für den Einzelnen schwieriger, den Camino zur Kontemplation zu nutzen.
In den nächsten Jahren werde ich andere Strecken zum Wandern suchen: wenn man sich die Zeit und Ruhe nimmt, begegnet man der Schöpfung überall...
Bis dahin:
Der Reihe nach:
Am Freitag sind wir noch gemeinsam nach Cambados gefahren, natürlich der Klassiker: 1 Stunde hin, eine zurück - um einen Kaffee im Ort zu trinken. Der so angepriesene Ort verbarg seine Schönheit und architektonischen Vorzüge nur allzu geschickt. Vielleicht lag es aber auch am Nieselregen, der pünktlich bei unserer Ankunft einsetzte. Pontevedra 'schenkten' wir uns dann. Abends trafen wir uns mit Terry, Johann, John und Penny und liessen es nochmal richtig krachen...
Am nächsten Morgen lief mit der Heimreise alles glatt: Mietwagenagentur hatte geöffnet, keine Probleme mit der Rückgabe des Wagens, Ryanair war pünktlich, unser Gepäck wog nicht zuviel, die Rückfahrt vom Hahn ohne Stau...unglaublich...
Die Hunde haben sich gefreut, der Laden stand noch, die Umsätze waren in Ordnung...und mein Heuschnupfen meldete sich zuverlässig zurück. Wochenlang wandere ich durch die Felder der Meseta, durch blühende Pappel-, Birken- und was weiss ich was Wälder - nichts. Eine Stunde in Lemgo: dicke Augen....
Zum Wandern an sich:
Drei Wochen raus aus dem Alltag sind sinnvoll, erst nach ca 10 Tagen gewinnt man Abstand zu seinem Alltag und damit zu sich selbst. Gelassenheit stellt sich erst nach 14 Tagen ein und wirkt dann auch deutlich nach. Die Reduzierung des Alltags auf das Wesentliche (nämlich Essen und Schlafstätte) und der Rhythmus des Gehens ermöglichen die Besinnung auf Dinge, die jeden im Innern beschäftigen. Es muss dabei nicht zwingend zu Ergebnissen kommen, die Reflektion allein hat katharsische Wirkung, ein Prozess wird in Gang gesetzt...
Meine Muschel (Erkennungsmerkmal der Pilger) habe ich nach 4 Tagen im Rucksack verschwinden lassen, ebenso habe ich meinen Credencial (Pilgerausweis) nicht mehr abstempeln lassen. Zu sehr schämte ich mich für das Verhalten der meisten 'Pilger'.
Nach meinem Empfinden sind die meisten als Touristen unterwegs, das ist vollkommen legitim. Dann wäre es allerdings ehrlicher, sie würden sich dies eingestehen, die Reise als solche geniessen - und nicht staatstragend und wichtig als Pilger auftreten; Menschen, die aus religiösen oder spirituellen Motiven diese Wanderung unternehmen, gebärden sich anders, spätestens nach 1-2 Wochen. Selbst die einfachsten Regeln des christlichen Umgangs miteinander werden nicht gelebt...
(Ich werde das noch ausführlicher in einem Essay darlegen - allein damit es mir selbst bewusster wird. Dazu brauche ich aber noch 1-2 Wochen...)
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, diese werden allerdings - so meine Erfahrung nach 4 unterschiedlichen Jakobswegen - seltener. Die Überfüllung des Weges und der Infrastruktur sowie die zunehmende Kommerzialisierung machen es für den Einzelnen schwieriger, den Camino zur Kontemplation zu nutzen.
In den nächsten Jahren werde ich andere Strecken zum Wandern suchen: wenn man sich die Zeit und Ruhe nimmt, begegnet man der Schöpfung überall...
Bis dahin:
Ultreia
[ vorwärts ~ immer weiter...]
[ vorwärts ~ immer weiter...]
Sonntag, 24. Mai 2009
Morgen, ehrlich,
kommt der Abschluß des Reiseblogs, dann kommt das lang versprochene Fazit und ein Ausblick auf die nächsten Wochen....
Donnerstag, 21. Mai 2009
Ruhetag
Wetter: sonnig, 18 C
Heute unternehmen wir mal so gar nichts. Gestern waren wir mit Terry und seinem Freund Eldert (Holländer) unterwegs,hatten ein paar Bier und Tapas - und haben viel gelacht. Es ist auch in Santiago Feiertag, die Stadt ist pickepackevoll, es ist Jahrmarkt, Konzerte finden statt, und natürlich trudeln hunderte Pilger ein.
Johann (Jack in the Box) ist angekommen, ebenso Penny und John. Vermutlich treffen wir uns nachhher noch mit Ihnen.
Morgen werden wir wohl nach Pontevedra und Cambados fahren, das ist nicht so ein Ritt wie nach Fisterra ( 1.45 h für lumpige 89 km)- was sonst in Spanien zuviel an Strassen verbaut wurde, hat es hier in Galicien zu wenig....
Heute unternehmen wir mal so gar nichts. Gestern waren wir mit Terry und seinem Freund Eldert (Holländer) unterwegs,hatten ein paar Bier und Tapas - und haben viel gelacht. Es ist auch in Santiago Feiertag, die Stadt ist pickepackevoll, es ist Jahrmarkt, Konzerte finden statt, und natürlich trudeln hunderte Pilger ein.
Johann (Jack in the Box) ist angekommen, ebenso Penny und John. Vermutlich treffen wir uns nachhher noch mit Ihnen.
Morgen werden wir wohl nach Pontevedra und Cambados fahren, das ist nicht so ein Ritt wie nach Fisterra ( 1.45 h für lumpige 89 km)- was sonst in Spanien zuviel an Strassen verbaut wurde, hat es hier in Galicien zu wenig....
Mittwoch, 20. Mai 2009
Disculpa
Wie der aufmerksame Leser bemerkt hat, gab es gestern keinen Eintrag - ich habe es zu sehr genosssen, mit meienr Frau gemeinsam einfach mal einen Tag nichts zu tun.
Wir waren gestern bei der Pilgermesse, es war brechend voll. Es waren einige spanische größere Gruppen angekommen, daher dauerte die Messe etwas länger als gewöhnlich. Es hatte aber auch den Vorteil, das der Botamufeiro geschwungen wurde. Terry kam gestern auch in Santiago an, wir wollen uns heute abend noch treffen.
Wir fahren heute nach Finisterre - und abends gibt es dann neue Bilder und ein paar Neuigkeiten...
Wir waren gestern bei der Pilgermesse, es war brechend voll. Es waren einige spanische größere Gruppen angekommen, daher dauerte die Messe etwas länger als gewöhnlich. Es hatte aber auch den Vorteil, das der Botamufeiro geschwungen wurde. Terry kam gestern auch in Santiago an, wir wollen uns heute abend noch treffen.
Wir fahren heute nach Finisterre - und abends gibt es dann neue Bilder und ein paar Neuigkeiten...
Montag, 18. Mai 2009
Arzua - Santiago
Arzua - Santiago
36 km
Wetter: ideal zum Laufen, ca 14 C, leicht bewölkt
Schlafstätte: Hotel Altair (ein Traum, für die nächsten 5 Nächte)
Bin also los heute morgen und hatte mir nicht viel vorgenommen - dann läuft's anscheinend am besten. Wollte erst nur 20 km gehen, dann dachte ich, komm, 8 km schaffst Du noch...und dann waren es nur noch mal 8 km. Die Stecke verlief immer in Sicht-/hörweite der Nationalstrasse 547, nichts wirklich interessantes. Über die letzten Erlebnisse mit meinen Mitpilgern berichte ich morgen in meinem Fazit.
In der Kathedrale war ich schon und habe für die gute Reise gedankt, morgen freu ich mich auf die Pilgernesse.
Ausserdem werde ich meine Frau am Flughafen überrraschen, sie glaubt ja noch, das wir uns auf der Strecke treffen.
Hier schon mal ein kleiner Video vom Platz vor der Kathedrale
36 km
Wetter: ideal zum Laufen, ca 14 C, leicht bewölkt
Schlafstätte: Hotel Altair (ein Traum, für die nächsten 5 Nächte)
Bin also los heute morgen und hatte mir nicht viel vorgenommen - dann läuft's anscheinend am besten. Wollte erst nur 20 km gehen, dann dachte ich, komm, 8 km schaffst Du noch...und dann waren es nur noch mal 8 km. Die Stecke verlief immer in Sicht-/hörweite der Nationalstrasse 547, nichts wirklich interessantes. Über die letzten Erlebnisse mit meinen Mitpilgern berichte ich morgen in meinem Fazit.
In der Kathedrale war ich schon und habe für die gute Reise gedankt, morgen freu ich mich auf die Pilgernesse.
Ausserdem werde ich meine Frau am Flughafen überrraschen, sie glaubt ja noch, das wir uns auf der Strecke treffen.
Hier schon mal ein kleiner Video vom Platz vor der Kathedrale
Arzua - ?
Ein Blick aus dem Fenster lässt mich aufatmen: nur Hochnebel, kein Regen. Also kein Bier. Gut!
Heute werde ich meine letzte größere Etappe gehen, und zwar genau so weit, wie es mir angenehm erscheint. Morgen kommt die Liebste angeflogen, sie ist schon recht früh am Flughafen in Santiago wo sie einen Mietwagen nehmen wird. Wir treffen uns dann vermutlich irgendwo auf der Srecke und werden gemeinsam nach SdC hineinfahren.
Die restlichen Tage bis Samstag verbringen wir gemeinsam und machen 'in Kultur' und sammeln ein wenig Kraft für die nächsten Wochen.
Ich werde mich auf den Platz vor der Kathedrale setzen und darauf warten, das die Bekanntschaften der letzten Tage nach und nach einmarschieren.
Jetzt muss ich noch ein letztes Mal in meine klammen Klamotten (ich bin der König der Alliteration!) und dann versuche ich ganz bewußt die letzten Kilometer zu erleben.
Später mehr.
Heute werde ich meine letzte größere Etappe gehen, und zwar genau so weit, wie es mir angenehm erscheint. Morgen kommt die Liebste angeflogen, sie ist schon recht früh am Flughafen in Santiago wo sie einen Mietwagen nehmen wird. Wir treffen uns dann vermutlich irgendwo auf der Srecke und werden gemeinsam nach SdC hineinfahren.
Die restlichen Tage bis Samstag verbringen wir gemeinsam und machen 'in Kultur' und sammeln ein wenig Kraft für die nächsten Wochen.
Ich werde mich auf den Platz vor der Kathedrale setzen und darauf warten, das die Bekanntschaften der letzten Tage nach und nach einmarschieren.
Jetzt muss ich noch ein letztes Mal in meine klammen Klamotten (ich bin der König der Alliteration!) und dann versuche ich ganz bewußt die letzten Kilometer zu erleben.
Später mehr.
Sonntag, 17. Mai 2009
Palas de Rei - Arzua
Palas de Rei - Arzúa
29 km
Wetter: Starker, starker Regen (in den letzten Stunden sind laut spanischem Wetterbericht 22 l/qm gefallen - 6 C
Schlafstätte: Hotel Suiza
Heute noch mal einen absoluten mentalen Tiefpunkt gehabt. Wenn ich nicht meilenweit in der Pampa gewesen wäre und spanische Taxis schwimmen könnten und ich eine verdammte Taxi-Telefonnummer gehabt hätte, ich hätte eins gerufen…
Habe wieder gut geschlafen und mir alle Zeit der Welt beim Packen gelassen, denn draußen regnete es. Gegen 9 h war klar, das es nicht besser würde, also rein in die feuchten Schuhe und raus auf den Camino. Ich hatte schon befürchtet, das nach dem Gewaltmarsch gestern auf der heutigen Etappe keine Geschwindigkeitsrekorde gebrochen würden, aber das…oweia…als hätte ich zusätzlich zum Rucksack noch eine englische Telefonzelle auf dem Rücken, so bin ich heute rumgeschlichen.
Dann hörte es auf zu regnen und fing an zu schütten. Ganz ehrlich, das waren keine Tropfen mehr, sondern…Wassermassen. Es geht die ganze Zeit leicht rauf und runter, im Grunde bin ich die ersten 15 km bis Melide in einem Bach marschiert. Am Anfang versucht man noch auf den Wegrand auszuweichen, aber da watet man knöcheltief im Schlamm - also lieber in der Mitte laufen und damit knöcheltief im Wasser.
Im Hotel gestern waren Ungarn (glaube ich), eine ganze Reisegruppe, die wollten eigentlich bis Melide gehen heute. Nach ca 9 km haben sie kapituliert und sind in einen Kleinbus gestiegen.
Nie wünschte ich mir sehnlicher einen ungarischen Pass…
Die meisten Pilger haben es aber durchgezogen heute, soweit ich das beurteilen kann. Augenblicklich kenne ich Niemanden mehr, vermutlich wg meiner recht langen Märsche. Andererseits (vielleicht lag’s aber wirklich nur am Wetter) grüßen die Radpilger gar nicht mehr und die Fusspilger auch nicht mehr alle. Man erkennt ganz gut an den Klamotten (dreckig oder gebügelt) und an der Hautbräunung (wer schon länger unterwegs ist, hat schon mehr Bräune) wer früher und wer später gestartet ist.
Es sind definitiv mehr Gruppen unterwegs, alle mit leichtem Gepäck, sie machen auch gemeinsam Pause - da kann’s dann schon mal ‘gemütlich’ werden in so einer kleinen Bodega…
Gestern habe ich noch geprahlt, das ich keine Blasen kenne: prompt hatte ich abends eine, vermutlich durch die Feuchtigkeit. Heute hat sie mich aber nicht behindert.
Sollte es morgen noch mal so schütten, fange ich um 8 h morgens an, Bier zu trinken….
29 km
Wetter: Starker, starker Regen (in den letzten Stunden sind laut spanischem Wetterbericht 22 l/qm gefallen - 6 C
Schlafstätte: Hotel Suiza
Heute noch mal einen absoluten mentalen Tiefpunkt gehabt. Wenn ich nicht meilenweit in der Pampa gewesen wäre und spanische Taxis schwimmen könnten und ich eine verdammte Taxi-Telefonnummer gehabt hätte, ich hätte eins gerufen…
Habe wieder gut geschlafen und mir alle Zeit der Welt beim Packen gelassen, denn draußen regnete es. Gegen 9 h war klar, das es nicht besser würde, also rein in die feuchten Schuhe und raus auf den Camino. Ich hatte schon befürchtet, das nach dem Gewaltmarsch gestern auf der heutigen Etappe keine Geschwindigkeitsrekorde gebrochen würden, aber das…oweia…als hätte ich zusätzlich zum Rucksack noch eine englische Telefonzelle auf dem Rücken, so bin ich heute rumgeschlichen.
Dann hörte es auf zu regnen und fing an zu schütten. Ganz ehrlich, das waren keine Tropfen mehr, sondern…Wassermassen. Es geht die ganze Zeit leicht rauf und runter, im Grunde bin ich die ersten 15 km bis Melide in einem Bach marschiert. Am Anfang versucht man noch auf den Wegrand auszuweichen, aber da watet man knöcheltief im Schlamm - also lieber in der Mitte laufen und damit knöcheltief im Wasser.
Im Hotel gestern waren Ungarn (glaube ich), eine ganze Reisegruppe, die wollten eigentlich bis Melide gehen heute. Nach ca 9 km haben sie kapituliert und sind in einen Kleinbus gestiegen.
Nie wünschte ich mir sehnlicher einen ungarischen Pass…
Die meisten Pilger haben es aber durchgezogen heute, soweit ich das beurteilen kann. Augenblicklich kenne ich Niemanden mehr, vermutlich wg meiner recht langen Märsche. Andererseits (vielleicht lag’s aber wirklich nur am Wetter) grüßen die Radpilger gar nicht mehr und die Fusspilger auch nicht mehr alle. Man erkennt ganz gut an den Klamotten (dreckig oder gebügelt) und an der Hautbräunung (wer schon länger unterwegs ist, hat schon mehr Bräune) wer früher und wer später gestartet ist.
Es sind definitiv mehr Gruppen unterwegs, alle mit leichtem Gepäck, sie machen auch gemeinsam Pause - da kann’s dann schon mal ‘gemütlich’ werden in so einer kleinen Bodega…
Gestern habe ich noch geprahlt, das ich keine Blasen kenne: prompt hatte ich abends eine, vermutlich durch die Feuchtigkeit. Heute hat sie mich aber nicht behindert.
Sollte es morgen noch mal so schütten, fange ich um 8 h morgens an, Bier zu trinken….
Samstag, 16. Mai 2009
Sarria - Portomarin - Palas del Rei
Sarria - Portomarin - Palas del Rei
44 km
Wetter: 6 - 9 C und Dauerregen
Schlafstätte: Hostal Benilde Sehr nette Atmosphäre, alles nagelneu, Einzelzimmer 32 €
Die 'noch 100 km bis Santiago' Marke habe ich heute nicht nur geknackt, sondern pulverisiert. Die Nacht gestern war ok, ich habe gut geschlafen aber vielleicht sollte jemand den Spaniern mal erklären, das man Türen auch mit der Klinke bedienen kann - dann muss man sie nicht laut lamentierend zuwerfen wenn man nachts um 1 h in's Hotelzimmer kommt.
Durch Sarria hindurch geht es ersteinmal steil bergauf in die Altstadt. Dort haben mindestens 5 neue Privatherbergen/Hostales geöffnet, eine schöner als die andere. Hätte ( hätte, hätte...) ich das vorher gewußt...
Der leichte Landregen wurde zum andauernden Starkregen. Zeit, um meinen in Astorga erworbenen Regenponcho auszupacken. Ich hasse es eigentlich, mit diesen Dingern zu laufen, weil man durch' s Schwitzen darunter genauso nass wird, als liesse man sich nassregnen; aber es goss einfach zu stark, und auch die Regenschutzhaube meines Rucksacks hat irgendwann keine Chance mehr. Dafür: keine Knieschmerzen mehr, und auch die Fressattacke gestern hatte mein Magen verkraftet.
Ausserdem machte ich nur eine Pause nach 2 Std (ca 10 km), dann erst wieder eine ganz kurze in Portomarin (nach ca 22 km). Nach der ersten Pause geschahen 2 Dinge: ich entdeckte den Grund für die Rückenschmerzen der letzten Tage ( nämlich: da ich ein paar Kilo verloren habe, sackte der gesamte Rucksack zuweit nach unten und belastete zu 90 % den Rücken - Bauchgurt enger gestellt, Schulterriemen nachgezogen: Problem gelöst!) und ich lernte Werner und Gisela aus Donaueschingen kennen; es war ein sehr kurzweiliges Laufen mit den Beiden. Mittags in Portomarin trennten sich unsere Wege.
Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mit dem Bus ein Teilstück zu fahren, aber wie Bus fahren, wenn keine Verbindung zwischen den Orten besteht? Also losgelaufen, und den alten 'Biss' wiederentdeckt, es ist dann, als stellt man auf 'Autopilot' - kein Denken mehr, nur noch ein Fuss vor den anderen. Eine Kaffepause habe ich dann noch gemacht, leider nicht allzuviele Bilder - einerseits regnete es zu stark, andererseits gab die Strecke entlang der Landstrasse auch nicht allzuviel her, später lief ich wie im Rausch.
Das 'Hotel' wird von einer absolut liebenswürdigen Frau betrieben (Benilde selbst ?), ich möchte es wärmstens weiterempfehlen, gerade für den Preis. Es ist übrigens 'completo'...
Die Wettervorhersagen für morgen verheissen auch nichts Gutes, aber da sind es ja zum Glück wieder nur 3okm, und zwar nach Arzua. Da habe ich vorbestellt - im ' Hotel Suiza'.
Nach den Massen, die ich seit Portomarin überholt habe, gehe ich aber so gar kein Risiko mehr ein....
Danken möchte ich heute...meinen 'Hanwag Banks' Wanderstiefeln. Die hielten fast den ganzen Tag dem Dauerregen stand, gegen Ende wankten sie, aber fielen nicht; das bisschen Feuchtigeit lief ab Nachmittag durch die nassen Hosenbeine in die Schuh. Das Profil hielt bombensicher auf dem schwierigen Geläuf, mit schlechten Schuhen hätte ich heute ein ganz langes Gesicht gezogen....
44 km
Wetter: 6 - 9 C und Dauerregen
Schlafstätte: Hostal Benilde Sehr nette Atmosphäre, alles nagelneu, Einzelzimmer 32 €
Die 'noch 100 km bis Santiago' Marke habe ich heute nicht nur geknackt, sondern pulverisiert. Die Nacht gestern war ok, ich habe gut geschlafen aber vielleicht sollte jemand den Spaniern mal erklären, das man Türen auch mit der Klinke bedienen kann - dann muss man sie nicht laut lamentierend zuwerfen wenn man nachts um 1 h in's Hotelzimmer kommt.
Durch Sarria hindurch geht es ersteinmal steil bergauf in die Altstadt. Dort haben mindestens 5 neue Privatherbergen/Hostales geöffnet, eine schöner als die andere. Hätte ( hätte, hätte...) ich das vorher gewußt...
Der leichte Landregen wurde zum andauernden Starkregen. Zeit, um meinen in Astorga erworbenen Regenponcho auszupacken. Ich hasse es eigentlich, mit diesen Dingern zu laufen, weil man durch' s Schwitzen darunter genauso nass wird, als liesse man sich nassregnen; aber es goss einfach zu stark, und auch die Regenschutzhaube meines Rucksacks hat irgendwann keine Chance mehr. Dafür: keine Knieschmerzen mehr, und auch die Fressattacke gestern hatte mein Magen verkraftet.
Ausserdem machte ich nur eine Pause nach 2 Std (ca 10 km), dann erst wieder eine ganz kurze in Portomarin (nach ca 22 km). Nach der ersten Pause geschahen 2 Dinge: ich entdeckte den Grund für die Rückenschmerzen der letzten Tage ( nämlich: da ich ein paar Kilo verloren habe, sackte der gesamte Rucksack zuweit nach unten und belastete zu 90 % den Rücken - Bauchgurt enger gestellt, Schulterriemen nachgezogen: Problem gelöst!) und ich lernte Werner und Gisela aus Donaueschingen kennen; es war ein sehr kurzweiliges Laufen mit den Beiden. Mittags in Portomarin trennten sich unsere Wege.
Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mit dem Bus ein Teilstück zu fahren, aber wie Bus fahren, wenn keine Verbindung zwischen den Orten besteht? Also losgelaufen, und den alten 'Biss' wiederentdeckt, es ist dann, als stellt man auf 'Autopilot' - kein Denken mehr, nur noch ein Fuss vor den anderen. Eine Kaffepause habe ich dann noch gemacht, leider nicht allzuviele Bilder - einerseits regnete es zu stark, andererseits gab die Strecke entlang der Landstrasse auch nicht allzuviel her, später lief ich wie im Rausch.
Das 'Hotel' wird von einer absolut liebenswürdigen Frau betrieben (Benilde selbst ?), ich möchte es wärmstens weiterempfehlen, gerade für den Preis. Es ist übrigens 'completo'...
Die Wettervorhersagen für morgen verheissen auch nichts Gutes, aber da sind es ja zum Glück wieder nur 3okm, und zwar nach Arzua. Da habe ich vorbestellt - im ' Hotel Suiza'.
Nach den Massen, die ich seit Portomarin überholt habe, gehe ich aber so gar kein Risiko mehr ein....
Danken möchte ich heute...meinen 'Hanwag Banks' Wanderstiefeln. Die hielten fast den ganzen Tag dem Dauerregen stand, gegen Ende wankten sie, aber fielen nicht; das bisschen Feuchtigeit lief ab Nachmittag durch die nassen Hosenbeine in die Schuh. Das Profil hielt bombensicher auf dem schwierigen Geläuf, mit schlechten Schuhen hätte ich heute ein ganz langes Gesicht gezogen....
Freitag, 15. Mai 2009
Sarria
O Cebreiro - Sarria
Gewandert: ca 30 km - Taxi ca 10 km
Wetter: lausig kalt 8 C , aber trocken
Schlafstätte: Hotel Oca Villa Sarria (Normaaaalerweise hätten sie W-Lan, aaaaaaber gerade heute....), sonst o.k.
Um nicht aus dem Rythmus zu geraten noch ein paar Zeilen zur heutigen Etappe. Im dicksten Nebel gings den Berg hinunter, nach ca 20 km in Triacastela durch die rutschige und schwierige Piste wieder leichte Kniebeschwerden. Weitere 10 km, und ein Taxi hielt neben der Bar, an der ich Kaffee trank. Kurz überlegt und eingestiegen, morgen und übermorgen kommen noch einmal ca 400 Höhenmeter täglich zu den ca 25 km Etappen, da brauche ich keinen Ruhetag mehr...das Wetter ist umgeschlagen, heute hatte es wieder ein paar Stunden Sonne, aber es ist kühl - und morgen soll es viel Regen geben...
Die Bilder sind diesmal von beiden Tagen zusammengefasst, gestern war ich zu platt, um noch zu ordnen. Während ich gestern kaum Pilger am Berg gesehen habe (und auch nicht heute beim Abstieg) ist es hier in Sarria wieder voll. Ab jetzt erhält jeder, der seine 110 km geht seine Compostela, darum ist es dann auch 'lebhafter'. Heute sah ich auch wieder die ersten Busse, allein 2 von Studiosusreisen.
Ich werde die Einträge von heute noch ein wenig füttern - morgen oder übermorgen...
Gewandert: ca 30 km - Taxi ca 10 km
Wetter: lausig kalt 8 C , aber trocken
Schlafstätte: Hotel Oca Villa Sarria (Normaaaalerweise hätten sie W-Lan, aaaaaaber gerade heute....), sonst o.k.
Um nicht aus dem Rythmus zu geraten noch ein paar Zeilen zur heutigen Etappe. Im dicksten Nebel gings den Berg hinunter, nach ca 20 km in Triacastela durch die rutschige und schwierige Piste wieder leichte Kniebeschwerden. Weitere 10 km, und ein Taxi hielt neben der Bar, an der ich Kaffee trank. Kurz überlegt und eingestiegen, morgen und übermorgen kommen noch einmal ca 400 Höhenmeter täglich zu den ca 25 km Etappen, da brauche ich keinen Ruhetag mehr...das Wetter ist umgeschlagen, heute hatte es wieder ein paar Stunden Sonne, aber es ist kühl - und morgen soll es viel Regen geben...
Die Bilder sind diesmal von beiden Tagen zusammengefasst, gestern war ich zu platt, um noch zu ordnen. Während ich gestern kaum Pilger am Berg gesehen habe (und auch nicht heute beim Abstieg) ist es hier in Sarria wieder voll. Ab jetzt erhält jeder, der seine 110 km geht seine Compostela, darum ist es dann auch 'lebhafter'. Heute sah ich auch wieder die ersten Busse, allein 2 von Studiosusreisen.
Ich werde die Einträge von heute noch ein wenig füttern - morgen oder übermorgen...
Villafranca - O Ceibreiro
Villafranca - O Cebreiro
30 km
Wetter: Regen, 6 C
Schlafstaette: Hostal Residencia San Giraldo de Aurillac
(was zeigt: Namen sind Schall und Rauch, und: die Herberge waere die guenstige und liebevollere Variante gewesen)
Wie ihr an den Umlauten seht, sitze ich an einem spanischen Internet-Terminal, daher jetzt kurz ein Eintrag, spaeter mehr. Die Etappe gestern war fuer mich sehr hart, ich hatte einen grottenschlechten Tag und das Wetter war unter aller Kanone. Ich hatte sehr gut geschlafen (interessanterweise traf ich das Geburtstagskind und natuerlich die Kanadier noch im Parador-Hotel), lief frueh los und bekam gleich wieder Magenprobleme. Die ersten 20 km laufen parallel zur Landstrasse, bzw. zur Autobahn und waren jetzt nicht sooo anstrengend, ab Ruitelan allerdings wurde das Wetter immer schlechter und die Piste ebenso. Irgendwann zweigt die Route nach La Faba ab, kurz erwog ich, auf der Landstrasse zu bleiben. Waere die richtige Entscheidung gewesen, durch den Regen waren erst die Steinplatten auf dem steilen Anstieg nach La Faba recht glitschig, dann vermischten sich Schlamm, Steine und Kuhscheisse auf dem restlichen Weg zu einer unheiligen Allianz.
Angekommen auf dem Gipfel wurde ich in mein rosafarbenes Zimmer gefuehrt, da ich eh aus dem letzten Loch pfiff, dachte ich an Halluzinationen. Das Rosa war allerdings nicht rosa genug, um den Schimmel zu ueberdecken...Dafuer schaltete sich die Heizung erst um 18 h an, d.h. es war saukalt. Nach einem heissen Kakao mit Rum sah die Welt ein wenig besser aus, spaeter kam noch der Johann an (er hatte seinen Rucksack per Transport vorschicken lassen - ist eine gute Idee fuer aeltere oder rueckengeschaedigte Wanderer), wir assen gemeinsam mit Terry, einem jungen Iren aus Dublin.
Spaeter mehr, ich hoffe, auch die Bilder noch hochladen zu koennen am heutigen Tag.
30 km
Wetter: Regen, 6 C
Schlafstaette: Hostal Residencia San Giraldo de Aurillac
(was zeigt: Namen sind Schall und Rauch, und: die Herberge waere die guenstige und liebevollere Variante gewesen)
Wie ihr an den Umlauten seht, sitze ich an einem spanischen Internet-Terminal, daher jetzt kurz ein Eintrag, spaeter mehr. Die Etappe gestern war fuer mich sehr hart, ich hatte einen grottenschlechten Tag und das Wetter war unter aller Kanone. Ich hatte sehr gut geschlafen (interessanterweise traf ich das Geburtstagskind und natuerlich die Kanadier noch im Parador-Hotel), lief frueh los und bekam gleich wieder Magenprobleme. Die ersten 20 km laufen parallel zur Landstrasse, bzw. zur Autobahn und waren jetzt nicht sooo anstrengend, ab Ruitelan allerdings wurde das Wetter immer schlechter und die Piste ebenso. Irgendwann zweigt die Route nach La Faba ab, kurz erwog ich, auf der Landstrasse zu bleiben. Waere die richtige Entscheidung gewesen, durch den Regen waren erst die Steinplatten auf dem steilen Anstieg nach La Faba recht glitschig, dann vermischten sich Schlamm, Steine und Kuhscheisse auf dem restlichen Weg zu einer unheiligen Allianz.
Angekommen auf dem Gipfel wurde ich in mein rosafarbenes Zimmer gefuehrt, da ich eh aus dem letzten Loch pfiff, dachte ich an Halluzinationen. Das Rosa war allerdings nicht rosa genug, um den Schimmel zu ueberdecken...Dafuer schaltete sich die Heizung erst um 18 h an, d.h. es war saukalt. Nach einem heissen Kakao mit Rum sah die Welt ein wenig besser aus, spaeter kam noch der Johann an (er hatte seinen Rucksack per Transport vorschicken lassen - ist eine gute Idee fuer aeltere oder rueckengeschaedigte Wanderer), wir assen gemeinsam mit Terry, einem jungen Iren aus Dublin.
Spaeter mehr, ich hoffe, auch die Bilder noch hochladen zu koennen am heutigen Tag.
Mittwoch, 13. Mai 2009
Ponferrada - Villafranca del Bierzo
Ponferrada - Villafranca del Bierzo
25 km
Wetter: gut, ca 18 C, Sonne bzw. leicht bewölkt
Unterkunft: Parador Villafranca del Bierzo
(räusper..hört sich luxuriöser an, als es ist)
Bin gerade angekommen,die letzten 6 km vor Villafranca ziehen sich böse rauf und runter. Angesichts meines Infekts von vor 3 Tagen lief es aber richtig gut. (Apropos: heute erfuhr ich, das es mindestens noch 4 weiter Pilger in den letzten ca 10 Tagen erwischt hat)
Gestern hat es den ganzen Abend geregnet, ein Grund mehr für mich, früh im Bett zu sein. Habe tief und fest geschlafen und erst gegen 9 h bin ich losmarschiert. Einige Kilometer aus Ponferrada herraus sind nicht so reizvoll, dann 'rollt' man sich aber gut ein, will man pausieren, hat man bis KM 18 mehrere nette Möglichkeiten. Habe heute 2 nette Frauen aus Deutschland getroffen, die eine feiert heute ihren 60. Geburtstag und ist schon seit Ostern unterwegs, d.h. sie nimmt sich alle Zeit der Welt. Toll!
Dann habe ich noch Johann wiedergetroffen, der entwickelt sich langsam zu einer Art 'Jack in the Box'. Wenn's eigentlich nicht möglich ist, kommt Johann - wie aus der Kiste. Nur, das er meist in einem Cafe sitzt und Lemon trinkt...
Vor der Etappe morgen habe ich Respekt, 30 km und 800 Höhenmeter: der O Cebreiero wartet, und damit die Grenze von Kastillien-Leon zu Galicien. Asturien, Land der Störche wird verlassen und die keltische Kultur beherrscht von nun an die 'Szene'....
Später mehr...Und jetzt ist später. Ich wollte mich vorhin positiv über die Abnahme der
Pilgeranzahl aüßern, auf dem Weg heute hatte ich nie das Gefühl, auf einem überlaufenen Weg zu reisen. Gegen 17 h meinte noch eine Australierin, sie habe viel Platz in 'ihrer' Herberge, als ich jetzt eben aus dem Supermarkt kam, musste ich mich schon wundern: auf dem Placa Mayor sassen ca 60 Pilger/Wanderer und aßen gleichzeitig in 3-4 Restaurants. Deutlich mehr als die Hälfte kamen deutlich er-kenn/hörbar aus dem deutschsprachigen Raum. Wenn man das hochrechnet, kommt doch wieder einiges zusammen.
Morgen soll es kalt werden, naja, solang es trocken bleibt...Ob ich morgen vom Berg etwas senden kann, weiß ich nicht, daher verabschiede ich mich sicherheitshalber bis übermorgen.
Hasta luego!
25 km
Wetter: gut, ca 18 C, Sonne bzw. leicht bewölkt
Unterkunft: Parador Villafranca del Bierzo
(räusper..hört sich luxuriöser an, als es ist)
Bin gerade angekommen,die letzten 6 km vor Villafranca ziehen sich böse rauf und runter. Angesichts meines Infekts von vor 3 Tagen lief es aber richtig gut. (Apropos: heute erfuhr ich, das es mindestens noch 4 weiter Pilger in den letzten ca 10 Tagen erwischt hat)
Gestern hat es den ganzen Abend geregnet, ein Grund mehr für mich, früh im Bett zu sein. Habe tief und fest geschlafen und erst gegen 9 h bin ich losmarschiert. Einige Kilometer aus Ponferrada herraus sind nicht so reizvoll, dann 'rollt' man sich aber gut ein, will man pausieren, hat man bis KM 18 mehrere nette Möglichkeiten. Habe heute 2 nette Frauen aus Deutschland getroffen, die eine feiert heute ihren 60. Geburtstag und ist schon seit Ostern unterwegs, d.h. sie nimmt sich alle Zeit der Welt. Toll!
Dann habe ich noch Johann wiedergetroffen, der entwickelt sich langsam zu einer Art 'Jack in the Box'. Wenn's eigentlich nicht möglich ist, kommt Johann - wie aus der Kiste. Nur, das er meist in einem Cafe sitzt und Lemon trinkt...
Vor der Etappe morgen habe ich Respekt, 30 km und 800 Höhenmeter: der O Cebreiero wartet, und damit die Grenze von Kastillien-Leon zu Galicien. Asturien, Land der Störche wird verlassen und die keltische Kultur beherrscht von nun an die 'Szene'....
Später mehr...Und jetzt ist später. Ich wollte mich vorhin positiv über die Abnahme der
Pilgeranzahl aüßern, auf dem Weg heute hatte ich nie das Gefühl, auf einem überlaufenen Weg zu reisen. Gegen 17 h meinte noch eine Australierin, sie habe viel Platz in 'ihrer' Herberge, als ich jetzt eben aus dem Supermarkt kam, musste ich mich schon wundern: auf dem Placa Mayor sassen ca 60 Pilger/Wanderer und aßen gleichzeitig in 3-4 Restaurants. Deutlich mehr als die Hälfte kamen deutlich er-kenn/hörbar aus dem deutschsprachigen Raum. Wenn man das hochrechnet, kommt doch wieder einiges zusammen.
Morgen soll es kalt werden, naja, solang es trocken bleibt...Ob ich morgen vom Berg etwas senden kann, weiß ich nicht, daher verabschiede ich mich sicherheitshalber bis übermorgen.
Hasta luego!
Dienstag, 12. Mai 2009
Ponferrada
Matt, aber erholt sitze ich auf dem Marktplatz der Altstadt während ich auf meine Wäsche aus der Lavanderia 'Sao Paulo' warte. Danach probiere ich mein erstes Essen seit 48 Stunden. Was meint Ihr: hinter mir gibt's ein nettes Tex-Mex Lokal....
Keine Bilder
von gestern. Fotos von Badezimmerfliesen und der Decke meines Hotelzimmers möchte ich nicht anbieten, denn nachdem es am Sonntag das erste mal richtig rund lief, hat es mich am Abend überfallartig erwischt. Krämpfe, Übelkeit und Fieber erwischten mich innerhalb von 30 Minuten, ich habe auch keine Ahnung, ob es verdrecktes Wasser aus einem Brunnen, nicht mehr ganz frische Nahrung oder einfach ein Virus war, der mich niederstreckte.
Ich habe den gestrigen Tag vollständig im Bett verbringen müssen, heute bin ich dann mit dem Bus nach Ponferrada gefahren. Die Etappe nach Rabanal, auf die ich mich sehr gefreut hatte, fiel also aus. Ohne den Zuspruch meiner Frau wäre ich jetzt schon vermutlich im Flugzeug nach Deutschland, nun werde ich hier im Hostal Encima Kraft sammeln und morgen versuchen nach Villafranca del Bierzo zu kommen.
Vielleicht gibt's später noch ein paar Bilder aus der Altstadt von Ponferrada....
Ich habe den gestrigen Tag vollständig im Bett verbringen müssen, heute bin ich dann mit dem Bus nach Ponferrada gefahren. Die Etappe nach Rabanal, auf die ich mich sehr gefreut hatte, fiel also aus. Ohne den Zuspruch meiner Frau wäre ich jetzt schon vermutlich im Flugzeug nach Deutschland, nun werde ich hier im Hostal Encima Kraft sammeln und morgen versuchen nach Villafranca del Bierzo zu kommen.
Vielleicht gibt's später noch ein paar Bilder aus der Altstadt von Ponferrada....
Sonntag, 10. Mai 2009
Villadango - Astorga
Villadango- Astorga 29 km
Wetter: morgens kühl, 10 C, dann angenehm, dann den ersten Schauer
Schlafstätte Hotel Gaudi (kein Link...das sagt schon mal was...>)
Heute morgen bin ich mangels Busverbindung mit dem Taxi aus Leon rausgefahren, es war eine gute Idee: die ersten 10-12 km nur Industriegebiet und Hauptstrasse. Kurz hatte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den ca 100 Wanderern, die ich rechts liegenließ. Aber ich habe schon eine Compostela und mache den Weg für mich allein, und das ich in der Konsequenz wieder umgänglicher für meine Mitmenschen werde. Also kein schlechtes Gewissen...
Langsam lief ich los, immer an der Hauptstrasse entlang, der Ruhetag tat meinem Knie gut - für meinen Laufrhytmus war es nicht so toll. Dann entdeckte ich nach ca 4 km einen alten Bekannten: Johann, aus der Nähe von Linz. Den hatte ich auf der Strecke von Hontanas schon kennengelernt, und wie er dann freimütig erzählte, hat auch er einige Etappen übersprungen. Mancher ist halt ehrlich und andere eben nicht.
Dank Johann lernte ich noch Tom, einen 76jährigen Ex-Anwalt aus Conneceticut kennen, das war eine richtige Freude: der kannte sich besser mit europäischer Geschichte aus als so mancher Historiker...Außerdem heute noch kennengelernt: Sam aus Brasilien und 2 knuffige Deutsche Jungs (ich sage euch Mädels: geht auf den Camino, ihr könnts auf den Bildern sehen...)
Dem amerikanischen Filmteam bin ich auch wieder vor die Linse gelaufen, auch von denen gibt's jetzt ein Bild. Ausserdem habe ich noch soviele Schnecken auf einem Haufen gesehen, sind naturalmente auch abgelichtet. Später vielleicht mehr....
Wetter: morgens kühl, 10 C, dann angenehm, dann den ersten Schauer
Schlafstätte Hotel Gaudi (kein Link...das sagt schon mal was...>)
Heute morgen bin ich mangels Busverbindung mit dem Taxi aus Leon rausgefahren, es war eine gute Idee: die ersten 10-12 km nur Industriegebiet und Hauptstrasse. Kurz hatte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den ca 100 Wanderern, die ich rechts liegenließ. Aber ich habe schon eine Compostela und mache den Weg für mich allein, und das ich in der Konsequenz wieder umgänglicher für meine Mitmenschen werde. Also kein schlechtes Gewissen...
Langsam lief ich los, immer an der Hauptstrasse entlang, der Ruhetag tat meinem Knie gut - für meinen Laufrhytmus war es nicht so toll. Dann entdeckte ich nach ca 4 km einen alten Bekannten: Johann, aus der Nähe von Linz. Den hatte ich auf der Strecke von Hontanas schon kennengelernt, und wie er dann freimütig erzählte, hat auch er einige Etappen übersprungen. Mancher ist halt ehrlich und andere eben nicht.
Dank Johann lernte ich noch Tom, einen 76jährigen Ex-Anwalt aus Conneceticut kennen, das war eine richtige Freude: der kannte sich besser mit europäischer Geschichte aus als so mancher Historiker...Außerdem heute noch kennengelernt: Sam aus Brasilien und 2 knuffige Deutsche Jungs (ich sage euch Mädels: geht auf den Camino, ihr könnts auf den Bildern sehen...)
Dem amerikanischen Filmteam bin ich auch wieder vor die Linse gelaufen, auch von denen gibt's jetzt ein Bild. Ausserdem habe ich noch soviele Schnecken auf einem Haufen gesehen, sind naturalmente auch abgelichtet. Später vielleicht mehr....
Samstag, 9. Mai 2009
Wenn es nicht laut ist, ist es nicht spanisch...
Was sonst noch geschah:
Nachmittags zwang ich mich, ruhig im Hotel zu bleiben, um mein Knie zu schonen. Mehrere Versuche über Skype mit meiner Frau zu kommunizieren, scheiterten kläglich - entweder konnte einer den anderen sehen, aber nicht hören, oder umgekehrt, oder beides….
Dann raus in die ‘Fuzo’ (Fußgängerzone), Kaffee trinken und danach noch mal zur Kathedrale. Einen Gottesdienst miterlebt (in Relation zu den Pilgern auf dem Weg erstaunlich wenige in der Messe) in einem Seitenschiff der Kathedrale, welches unsere Heimatkirche St. Nicolai fast aufnehmen würde. Trotzdem nicht so schön wie in unserer Kirche…;-))
Danach leicht geschmunzelt, weil viele im Hauptgang der Kirche einer Hochzeitsvorbereitung statt der Messe beiwohnten und das erst recht spät bemerkten. Staatstragende Mienen wichen betretenen…
Zumal die Hochzeitsgesellschaft, gleichwohl äußerst zahlreich, bei uns vermutlich stante pede mit der ‘Grünen Minna’ abgeholt worden wäre, denn so kleiden sich bei uns nur Ganoven….
Jetzt sitze ich noch in einer Bar und esse ‘Raciones’, d.h. Speisen, größer als die üblichen Tapas-Größen. Das liebe ich an Spanien: zu Abend 4 - 5 verschiedene kleine Portionen zu probieren.
Hier in Leon wird noch die Tradition gepflegt, zu jedem Bier oder Wein eine Tapa (z.B. Toastscheibe mir Sardelle und Paprika, kleine Portion Ochsenschwanz, Gambas oder eben Oliven) gratis unaufgefordert zu reichen, in der Regel ist man also nach 4 Bier nicht nur betrunken, sondern auch satt…
Für alle, die es noch nicht wissen: je mehr Servietten vor der Theke auf dem Boden (benutzt natürlich) liegen, desto besser ist das Essen…. man munkelt, so mancher spanische Wirt fegt 2-3 Tage nicht…
Drückt die Daumen, das ich heute besser schlafen kann, denn der Ruhetag an sich tat richtig gut.
Auf dem Platz spielen local heroes, eine ‘leonesische’ Damen-Acapella-Gruppe….und der Ziehharmonikermann spielt noch immer… unter meinem Fenster
Nachmittags zwang ich mich, ruhig im Hotel zu bleiben, um mein Knie zu schonen. Mehrere Versuche über Skype mit meiner Frau zu kommunizieren, scheiterten kläglich - entweder konnte einer den anderen sehen, aber nicht hören, oder umgekehrt, oder beides….
Dann raus in die ‘Fuzo’ (Fußgängerzone), Kaffee trinken und danach noch mal zur Kathedrale. Einen Gottesdienst miterlebt (in Relation zu den Pilgern auf dem Weg erstaunlich wenige in der Messe) in einem Seitenschiff der Kathedrale, welches unsere Heimatkirche St. Nicolai fast aufnehmen würde. Trotzdem nicht so schön wie in unserer Kirche…;-))
Danach leicht geschmunzelt, weil viele im Hauptgang der Kirche einer Hochzeitsvorbereitung statt der Messe beiwohnten und das erst recht spät bemerkten. Staatstragende Mienen wichen betretenen…
Zumal die Hochzeitsgesellschaft, gleichwohl äußerst zahlreich, bei uns vermutlich stante pede mit der ‘Grünen Minna’ abgeholt worden wäre, denn so kleiden sich bei uns nur Ganoven….
Jetzt sitze ich noch in einer Bar und esse ‘Raciones’, d.h. Speisen, größer als die üblichen Tapas-Größen. Das liebe ich an Spanien: zu Abend 4 - 5 verschiedene kleine Portionen zu probieren.
Hier in Leon wird noch die Tradition gepflegt, zu jedem Bier oder Wein eine Tapa (z.B. Toastscheibe mir Sardelle und Paprika, kleine Portion Ochsenschwanz, Gambas oder eben Oliven) gratis unaufgefordert zu reichen, in der Regel ist man also nach 4 Bier nicht nur betrunken, sondern auch satt…
Für alle, die es noch nicht wissen: je mehr Servietten vor der Theke auf dem Boden (benutzt natürlich) liegen, desto besser ist das Essen…. man munkelt, so mancher spanische Wirt fegt 2-3 Tage nicht…
Drückt die Daumen, das ich heute besser schlafen kann, denn der Ruhetag an sich tat richtig gut.
Auf dem Platz spielen local heroes, eine ‘leonesische’ Damen-Acapella-Gruppe….und der Ziehharmonikermann spielt noch immer… unter meinem Fenster
Leon
Leon
Wetter: Sonnig und 25 C am Mittag
Km Heute: 0 (Altstadtbummel gilt nicht)
Km Gesamt: 130
Gegen 1.30 h nachts beendete der Mann mit der Ziehharmonika vor meinem Fenster sein Unplugged-Konzert. Ca eine Stunde später kam die Band, welche ein Konzert auf dem Marktplatz gegeben hatte und im gleichen Hotel nächtigte, heim. Und dann machten langsam, ganz langsam die geschätzten 100 Bars im Barrio Humido zu. Feiern können sie, die Spanier…
Die Altstadt ist sehenswert, ich kann mir vorstellen, sie noch einmal zu besuchen. Es hat kaum Touristen, wenn, dann eben hauptsächlich Pilger. Es gibt, s.o., mindestens 100 Bars, Restaurants, Bodegas auf engstem Raum, eine origineller und uriger als die andere. Die Kathedrale ist herausragend, aber nicht ganz so imposant, wie ich es mir vorgestellt hatte. Heute Abend werde ich die Messe besuchen, vielleicht wirkt der Bau samt seinen Glasfenstern dann anders auf mich.
Mitpilger habe ich wenige kennen gelernt auf meiner bisherigen Reise, das liegt zum Teil an den Distanzen, die ich täglich zurücklege, zum Teil auch an den langen Gesichtern, die viele ziehen. Oft denke ich, sie befürchten 10 € in eine imaginäre Kasse zahlen zu müssen, so sie denn mal lächelten…
Andere hätten vielleicht lieber einen 4wöchigen Aufenthalt in der Betty Ford Klinik (Promi-Suchtklinik in den USA, Anmerkung des Verfassers) buchen sollen, wann immer man sie sieht, haben sie ein Bier- oder Weinglas am Hals; da ich selber auch gern mal ein Bierchen trinke, gehört schon einiges dazu, bis mir so etwas unangenehm auffällt.
Glücklicherweise ist das die Ausnahme, viele sind herzlich und helfen, wo sie nur können. Jaqueline und Daria aus Brasilien, Walter aus Holland oder John und Penny aus Kanada teilten mit mir bewusst einen Teil des Weges, mit Radpilgern aus dem Allgäu und Italien gab’s freundliche Gespräche.
Das Knie ist abgeschwollen nach Einnahme der Medikamente des spanischen Arztes (Habt ihr die Bilder der alten Apotheke gesehen? Einfach toll, da möchte man nur wegen der Einrichtung dort arbeiten…), kurz ritt mich heute morgen der Übermut und ich dachte an sofortige Weiterreise. Dann der Anflug von Menschenverstand, also Ruhetag heute.
Ich werde ab morgen ‘slowly and peaceful’ (so der Holländer Walter, auch überlastungsgeschädigt) gehen. Den heutigen Tag werde ich nutzen, um meine Etappen besser zu planen und evtl. Hostales zu reservieren. Morgen Abend will ich in Astorga sein, dafür werde ich die ersten Kilometer mit dem Bus aus der Stadt Leon herausfahren, es soll eh nur durch den unattraktiven Speckgürtel gehen. Das Wetter hält bis Dienstag, dann soll es einen Regentag geben.
Schön, das andere meine Wanderung verfolgen, Grüße unter anderem nach Berlin, Köln, Zürich, Darmstadt und Arlesheim.
P.S. Just in diesem Augenblick (13 h) fängt der Ziehharmonikamann wieder an zu spielen…oder ist es sein Zwilling…
Wetter: Sonnig und 25 C am Mittag
Km Heute: 0 (Altstadtbummel gilt nicht)
Km Gesamt: 130
Gegen 1.30 h nachts beendete der Mann mit der Ziehharmonika vor meinem Fenster sein Unplugged-Konzert. Ca eine Stunde später kam die Band, welche ein Konzert auf dem Marktplatz gegeben hatte und im gleichen Hotel nächtigte, heim. Und dann machten langsam, ganz langsam die geschätzten 100 Bars im Barrio Humido zu. Feiern können sie, die Spanier…
Die Altstadt ist sehenswert, ich kann mir vorstellen, sie noch einmal zu besuchen. Es hat kaum Touristen, wenn, dann eben hauptsächlich Pilger. Es gibt, s.o., mindestens 100 Bars, Restaurants, Bodegas auf engstem Raum, eine origineller und uriger als die andere. Die Kathedrale ist herausragend, aber nicht ganz so imposant, wie ich es mir vorgestellt hatte. Heute Abend werde ich die Messe besuchen, vielleicht wirkt der Bau samt seinen Glasfenstern dann anders auf mich.
Mitpilger habe ich wenige kennen gelernt auf meiner bisherigen Reise, das liegt zum Teil an den Distanzen, die ich täglich zurücklege, zum Teil auch an den langen Gesichtern, die viele ziehen. Oft denke ich, sie befürchten 10 € in eine imaginäre Kasse zahlen zu müssen, so sie denn mal lächelten…
Andere hätten vielleicht lieber einen 4wöchigen Aufenthalt in der Betty Ford Klinik (Promi-Suchtklinik in den USA, Anmerkung des Verfassers) buchen sollen, wann immer man sie sieht, haben sie ein Bier- oder Weinglas am Hals; da ich selber auch gern mal ein Bierchen trinke, gehört schon einiges dazu, bis mir so etwas unangenehm auffällt.
Glücklicherweise ist das die Ausnahme, viele sind herzlich und helfen, wo sie nur können. Jaqueline und Daria aus Brasilien, Walter aus Holland oder John und Penny aus Kanada teilten mit mir bewusst einen Teil des Weges, mit Radpilgern aus dem Allgäu und Italien gab’s freundliche Gespräche.
Das Knie ist abgeschwollen nach Einnahme der Medikamente des spanischen Arztes (Habt ihr die Bilder der alten Apotheke gesehen? Einfach toll, da möchte man nur wegen der Einrichtung dort arbeiten…), kurz ritt mich heute morgen der Übermut und ich dachte an sofortige Weiterreise. Dann der Anflug von Menschenverstand, also Ruhetag heute.
Ich werde ab morgen ‘slowly and peaceful’ (so der Holländer Walter, auch überlastungsgeschädigt) gehen. Den heutigen Tag werde ich nutzen, um meine Etappen besser zu planen und evtl. Hostales zu reservieren. Morgen Abend will ich in Astorga sein, dafür werde ich die ersten Kilometer mit dem Bus aus der Stadt Leon herausfahren, es soll eh nur durch den unattraktiven Speckgürtel gehen. Das Wetter hält bis Dienstag, dann soll es einen Regentag geben.
Schön, das andere meine Wanderung verfolgen, Grüße unter anderem nach Berlin, Köln, Zürich, Darmstadt und Arlesheim.
P.S. Just in diesem Augenblick (13 h) fängt der Ziehharmonikamann wieder an zu spielen…oder ist es sein Zwilling…
Freitag, 8. Mai 2009
Calzadilla - Sahagun + Zug nach Leon
Calzadilla - Sahagun
22 km
Wetter: warm-schwül, 26 C
Schlafstätte: Hotel Posada Regia in Leon
Kurze Meldung vom Weg, morgen gibt's mehr warum und wieso. Bin heute ca 22 km gelaufen, als ich in Sahagun ankam,war mein linkes Knie ungefähr doppelt so dick wie es sein sollte. Da ich anderen gerne gute Ratschläge gebe, fand ich es an der Zeit, mal auf mich selbst zu hören: also Zugticket gekauft (11 € für die restlichen 50 km), nettes Hotel in Leon gesucht und für 2 Übernachtungen gebucht, Arzt besucht, am Sonntag geht es weiter. Ich bin eh zu schnell unterwegs, bei dem Tempo bin ich vor meiner Frau in Santiago...
Bildergalerien sind jetzt online, morgen erzähle ich mehr über das bisher Erlebte...
22 km
Wetter: warm-schwül, 26 C
Schlafstätte: Hotel Posada Regia in Leon
Kurze Meldung vom Weg, morgen gibt's mehr warum und wieso. Bin heute ca 22 km gelaufen, als ich in Sahagun ankam,war mein linkes Knie ungefähr doppelt so dick wie es sein sollte. Da ich anderen gerne gute Ratschläge gebe, fand ich es an der Zeit, mal auf mich selbst zu hören: also Zugticket gekauft (11 € für die restlichen 50 km), nettes Hotel in Leon gesucht und für 2 Übernachtungen gebucht, Arzt besucht, am Sonntag geht es weiter. Ich bin eh zu schnell unterwegs, bei dem Tempo bin ich vor meiner Frau in Santiago...
Bildergalerien sind jetzt online, morgen erzähle ich mehr über das bisher Erlebte...
Donnerstag, 7. Mai 2009
Fromista - Calzadilla
Fromista -
37 km
Schlafstaette Albuerge + Hostal Camino Real
Heute gab´s nur die Moeglichkeit 20 km zu gehen oder 37 km. Am Morgen fuehlte ich mich richtig gut, also nahm ich die ´Maennervariante´. Und wie die meisten Dinge, die unter diesem Etikett entschieden werden, war es eine grenzwertige Entscheidung. Sonne satt, Gegenwind von ca 50 km/Std. machten es anstrengend. dafuer ist die Herberge/Hostal sehr nett.
Die Strecke war heute wirklich fast topfeben, und nachdem ich mich in Carrion zum Weiterlaufen entschieden habe, wurde es auch mit den Pilgermassen etwas besser. Der Rucksack wird subjektiv jeden Tag schwerer ( ca 11,5 kg Ausstattung + ca 1l = 1kg Wasser), aber auch das duerfte sich in den naechsten Tagen bessern.
Leider sitze ich wieder nur an so einem Internet-Automat der keine Moeglichkeit zum Uploaden bietet, aber vielleicht klappt´s morgen...
37 km
Schlafstaette Albuerge + Hostal Camino Real
Heute gab´s nur die Moeglichkeit 20 km zu gehen oder 37 km. Am Morgen fuehlte ich mich richtig gut, also nahm ich die ´Maennervariante´. Und wie die meisten Dinge, die unter diesem Etikett entschieden werden, war es eine grenzwertige Entscheidung. Sonne satt, Gegenwind von ca 50 km/Std. machten es anstrengend. dafuer ist die Herberge/Hostal sehr nett.
Die Strecke war heute wirklich fast topfeben, und nachdem ich mich in Carrion zum Weiterlaufen entschieden habe, wurde es auch mit den Pilgermassen etwas besser. Der Rucksack wird subjektiv jeden Tag schwerer ( ca 11,5 kg Ausstattung + ca 1l = 1kg Wasser), aber auch das duerfte sich in den naechsten Tagen bessern.
Leider sitze ich wieder nur an so einem Internet-Automat der keine Moeglichkeit zum Uploaden bietet, aber vielleicht klappt´s morgen...
Mittwoch, 6. Mai 2009
Hontanas-Fromista
Hontanas - Fromista
35 km
Schlafstätte Pension Marisa
Um an meinen Eintrag von gestern anzuknüpfen: Gott wollte, das ich nach Fromista gehe - ich nicht. Heute war es schon am frühen Morgen sehr warm, im Laufe des Tages erreichte das Thermometer die 28 C. Der Rückenwind von gestern verwandelte sich ab Mittag in einen immer stärker werdenden, lauwarmen Gegenwind. Und wer meint, die Meseta wäre nur flach, wird sich über meine Bilder wundern.
Um mich am Anfang der Reise nicht zu übernehmen, wollte ich also ab km 25 eine Unterkunft suchen. Da waren aber schon die Bustouristen oder Pilger/Wanderer, die zwar morgens um 6 h losmarschieren, dann aber auch nur 20 km laufen… also doch durch nach Fromista, wo es übrigens ein Käsemuseum hat - wer kennt es nicht…. Auch hier übrigens erst nach dem 4. Versuch eine Unterkunft, zwar irgendwie privat-kommerziell, aber auch irgendwie…. verwohnt.
Dafür erscheine ich jetzt in einer Dokumentation des amerikanischen Fernsehens, nachdem ich in Castrojeriz in einem Laden ein langärmeliges Shirt zum Schutz gegen die Sonne erwarb (was vom Filmteam gedreht wurde) bat man mich, eine mehrseitige Verzichtserklärung zu unterschreiben, damit das auch gesendet werden könne. Vermutlich habe ich mit meiner Unterschrift den Kauf aller wertlosen Lehmann-Brothers Aktien erklärt…
Morgen versuche ich also mal eine kürzere Distanz um mein Pulver nicht sinnlos am Anfang zu verschießen, sobald ich eine Internetverbindung finde, wo die Bits nicht im Stundentakt verschickt werden, gibt es auch wieder Bilder.
Falls jemand etwas anderes vermutet: trotz allem freue ich mich, hier sein zu dürfen....
35 km
Schlafstätte Pension Marisa
Um an meinen Eintrag von gestern anzuknüpfen: Gott wollte, das ich nach Fromista gehe - ich nicht. Heute war es schon am frühen Morgen sehr warm, im Laufe des Tages erreichte das Thermometer die 28 C. Der Rückenwind von gestern verwandelte sich ab Mittag in einen immer stärker werdenden, lauwarmen Gegenwind. Und wer meint, die Meseta wäre nur flach, wird sich über meine Bilder wundern.
Um mich am Anfang der Reise nicht zu übernehmen, wollte ich also ab km 25 eine Unterkunft suchen. Da waren aber schon die Bustouristen oder Pilger/Wanderer, die zwar morgens um 6 h losmarschieren, dann aber auch nur 20 km laufen… also doch durch nach Fromista, wo es übrigens ein Käsemuseum hat - wer kennt es nicht…. Auch hier übrigens erst nach dem 4. Versuch eine Unterkunft, zwar irgendwie privat-kommerziell, aber auch irgendwie…. verwohnt.
Dafür erscheine ich jetzt in einer Dokumentation des amerikanischen Fernsehens, nachdem ich in Castrojeriz in einem Laden ein langärmeliges Shirt zum Schutz gegen die Sonne erwarb (was vom Filmteam gedreht wurde) bat man mich, eine mehrseitige Verzichtserklärung zu unterschreiben, damit das auch gesendet werden könne. Vermutlich habe ich mit meiner Unterschrift den Kauf aller wertlosen Lehmann-Brothers Aktien erklärt…
Morgen versuche ich also mal eine kürzere Distanz um mein Pulver nicht sinnlos am Anfang zu verschießen, sobald ich eine Internetverbindung finde, wo die Bits nicht im Stundentakt verschickt werden, gibt es auch wieder Bilder.
Falls jemand etwas anderes vermutet: trotz allem freue ich mich, hier sein zu dürfen....
Dienstag, 5. Mai 2009
Burgos - Hontanas
Burgos - Hontanas
33 km
Wetter: Besser geht’s nicht
Schlafstätte: ‘Hostal Fuentes Strella’
Bin dann doch eher als erwartet aus Burgos weggekommen, gegen 8 h. Da ich kein Freund von mächtigen Frühstücksbuffets bin, marschierte ich ohne Kaffee und Brötchen davon. Natürlich hatte auf dem Weg durch die Stadt Burgos noch kein Cafe bzw. eine Bar geöffnet, so war ich froh nach 2 Stunden und den ersten 12 km doch noch mein Frühstück zu bekommen.
Morgens wehte noch ein eisiger Wind von der Seite, gegen Mittag wurde daraus ein kühlender Rückenwind. Geht doch.
Die Sonne schien den ganzen Tag und wir haben Temperaturen um die 20 C, morgen und übermorgen sollen es 25 C werden. Auf jeden Fall bin ich heilfroh, unter diesen Bedingungen meine ersten Tage gehen zu dürfen. Die Strecke war recht leicht zu wandern, bei der Ankunft nach rund 7 Stunden in Hontanas fühlte ich mich noch ziemlich frisch - jetzt, 2 Std später und nach einer Dusche spüre ich meine Muskeln und Knochen aber schon…
Übrigens sind gefühlte 2 Millionen Pilger/Wanderer unterwegs, ich habe im Laufe des Tages ca 90 überholt, und ich gehe nicht so furchtbar schnell (5 - 6 km/h). Es scheint zwar jeder noch eine Schlafstätte bekommen zu haben, aber man läuft den ganzen Tag auf einer Art ‘Ameisenstrasse’.
Außerdem erlebte ich heute auch schon das unangenehme Phänomen der Buspilger. Diese wandern nur ausgewählte und relativ kurze Strecken, werden also vom Bus ausgesetzt oder abgeholt; wenn man also wie ich heute früh beim Frühstück das Pech hat, in so eine Riesengruppe zu geraten, ist schon genervt…Als soziales Wesen atme ich dann tief durch und sage: “Ooommmm, ich atme ruhig und ohne Angst und Zorn”. Sicher doch.
Bilder werde ich jetzt nur noch bei Internet-Cafes oder W-LAN Gelegenheiten hochladen, nachdem ich gerade mit dem Auslandsservice von T-Mobile telefoniert und mir meinen Rechnungsstand habe durchgeben lassen, wurde mir kurz ganz anders. Also: häufiger mal die älteren Postings lesen wenn ihr an Bildern interessiert seid. Außerdem habe ich jetzt für jede Etappe ein Webalbum erstellt, wenn ihr darauf klickt, wird man zu Picasa-Web weitergeleitet und hat Zugriff auf alle Bilder, die ich während meiner Reise mache.
Morgen geht’s, so Gott will, ca 35 km nach Fromista…mal schauen, was meine Knie dazu sagen.
33 km
Wetter: Besser geht’s nicht
Schlafstätte: ‘Hostal Fuentes Strella’
Bin dann doch eher als erwartet aus Burgos weggekommen, gegen 8 h. Da ich kein Freund von mächtigen Frühstücksbuffets bin, marschierte ich ohne Kaffee und Brötchen davon. Natürlich hatte auf dem Weg durch die Stadt Burgos noch kein Cafe bzw. eine Bar geöffnet, so war ich froh nach 2 Stunden und den ersten 12 km doch noch mein Frühstück zu bekommen.
Morgens wehte noch ein eisiger Wind von der Seite, gegen Mittag wurde daraus ein kühlender Rückenwind. Geht doch.
Die Sonne schien den ganzen Tag und wir haben Temperaturen um die 20 C, morgen und übermorgen sollen es 25 C werden. Auf jeden Fall bin ich heilfroh, unter diesen Bedingungen meine ersten Tage gehen zu dürfen. Die Strecke war recht leicht zu wandern, bei der Ankunft nach rund 7 Stunden in Hontanas fühlte ich mich noch ziemlich frisch - jetzt, 2 Std später und nach einer Dusche spüre ich meine Muskeln und Knochen aber schon…
Übrigens sind gefühlte 2 Millionen Pilger/Wanderer unterwegs, ich habe im Laufe des Tages ca 90 überholt, und ich gehe nicht so furchtbar schnell (5 - 6 km/h). Es scheint zwar jeder noch eine Schlafstätte bekommen zu haben, aber man läuft den ganzen Tag auf einer Art ‘Ameisenstrasse’.
Außerdem erlebte ich heute auch schon das unangenehme Phänomen der Buspilger. Diese wandern nur ausgewählte und relativ kurze Strecken, werden also vom Bus ausgesetzt oder abgeholt; wenn man also wie ich heute früh beim Frühstück das Pech hat, in so eine Riesengruppe zu geraten, ist schon genervt…Als soziales Wesen atme ich dann tief durch und sage: “Ooommmm, ich atme ruhig und ohne Angst und Zorn”. Sicher doch.
Bilder werde ich jetzt nur noch bei Internet-Cafes oder W-LAN Gelegenheiten hochladen, nachdem ich gerade mit dem Auslandsservice von T-Mobile telefoniert und mir meinen Rechnungsstand habe durchgeben lassen, wurde mir kurz ganz anders. Also: häufiger mal die älteren Postings lesen wenn ihr an Bildern interessiert seid. Außerdem habe ich jetzt für jede Etappe ein Webalbum erstellt, wenn ihr darauf klickt, wird man zu Picasa-Web weitergeleitet und hat Zugriff auf alle Bilder, die ich während meiner Reise mache.
Morgen geht’s, so Gott will, ca 35 km nach Fromista…mal schauen, was meine Knie dazu sagen.
Montag, 4. Mai 2009
Burgos
Angekommen in Burgos - am nagelneuen Bahnhof der Stadt, ca 4 km außerhalb. Gut, freute sich einmal mehr heute ein Taxifahrer. Dafür ist das Hotel Velada ein absoluter Kracher. Jetzt werde ich mich noch in der Altstadt von einem Kellner in einer Tapas Bar anraunzen lassen - und dann fühle ich mich langsam wie in Spanien...
Gare SNCF, Biarritz, gegen 11 Uhr
Im Augenblick tue ich das, was ich wirklich hasse: warten. Bis der Zug geht, habe ich noch 1 Std Zeit, also setze ich mich ins Bahnhofscafe an einen Platz mit Steckdose, packe mein Netbook (auf den lumpigen 4 - 5 km vom Hotel durch die hügelige Altsstadt haben mich erste Zweifel betreffs des Gewichts meiner Eurovisionsübertragungsfähigen Medienausstattung befallen) aus und schreibe ein wenig und übertrage Bilder von der Kamera auf die Festplatte. (Wer hat den Satz beim ersten Mal verstanden? Ehrlich!)
Zu Biarritz: Herrliche Stadt! Tolle Häuser! Toller Strand! Tolles Meer! Millionen Hundescheißhaufen! Und ich bin selbst Hundebesitzer, aber so was geht gar nicht.
Zu den Franzosen (als Autofahrer): sitzen fast alle in ihren Karren und gucken wie Louis de Funes, wenn’s Auto keine Beule oder meterlange Schramme hat ist’s kein richtiges Auto und wenn einer dem anderen mit ca 30 km/h am Zebrastreifen hinten drauf kracht, steigen beide aus und lachen sich scheckig (vor 20 Minuten mit eigenen Augen gesehen). Soll ich das gut finden oder nicht, ich überlege noch…
Als ich jetzt gerade den Text hochladen will, bemerke ich das Fehlen meines USB-Internet-Sticks. Hitzewelle. Suchen. Anruf im Hotel. Ja, da wäre etwas gefunden worden. Ich bitte um Transport per Taxi zum Bahnhof, mein Zug geht ja um 12.17 h. Das Taxi kommt um 12.20 h und bringt mir - oh gute Güte - meinen I-Phone USB Adapter, aber keinen Stick. Mit dem Taxi ins Hotel (der Zug n ach Irun ist ja eh weg), durchsuche mein Zimmer: kein Stick! Mit dem Taxi nach Irun, der Taxifahrer schafft es mit halsbrecherischer Fahrweise genau zur Abfahrt des Zuges nach Burgos. (Ihr wollt nicht wissen, wie viel das gekostet hat) Ich sitze im Zug und ordne meinen Rucksack, da fällt mir mein Internet-Stick entgegen…ich bin der unumstrittene Häuptling vom Idiotenland.
Zu Biarritz: Herrliche Stadt! Tolle Häuser! Toller Strand! Tolles Meer! Millionen Hundescheißhaufen! Und ich bin selbst Hundebesitzer, aber so was geht gar nicht.
Zu den Franzosen (als Autofahrer): sitzen fast alle in ihren Karren und gucken wie Louis de Funes, wenn’s Auto keine Beule oder meterlange Schramme hat ist’s kein richtiges Auto und wenn einer dem anderen mit ca 30 km/h am Zebrastreifen hinten drauf kracht, steigen beide aus und lachen sich scheckig (vor 20 Minuten mit eigenen Augen gesehen). Soll ich das gut finden oder nicht, ich überlege noch…
Als ich jetzt gerade den Text hochladen will, bemerke ich das Fehlen meines USB-Internet-Sticks. Hitzewelle. Suchen. Anruf im Hotel. Ja, da wäre etwas gefunden worden. Ich bitte um Transport per Taxi zum Bahnhof, mein Zug geht ja um 12.17 h. Das Taxi kommt um 12.20 h und bringt mir - oh gute Güte - meinen I-Phone USB Adapter, aber keinen Stick. Mit dem Taxi ins Hotel (der Zug n ach Irun ist ja eh weg), durchsuche mein Zimmer: kein Stick! Mit dem Taxi nach Irun, der Taxifahrer schafft es mit halsbrecherischer Fahrweise genau zur Abfahrt des Zuges nach Burgos. (Ihr wollt nicht wissen, wie viel das gekostet hat) Ich sitze im Zug und ordne meinen Rucksack, da fällt mir mein Internet-Stick entgegen…ich bin der unumstrittene Häuptling vom Idiotenland.
Biarritz
Easy Jet landete gestern mit einer guten halben Stunde Verspätung in Biarritz-Anglet. Gut, das ich mir Zeit für die Anreise gelassen habe, so ein 'Ruckler' in der Planungskette nervt sonst gewaltig...
Es wehte ein starker Nordwind, die Sonne schien, und so bin ich zum Place Eugenie gegangen: dort steht eine schnuckelige Seefahrerkirche und es hat viele Restaurants und Bars mit Blick auf's Meer dort. Bei einem (na gut: 2) baskischen Bier (sieht aus wie Brause, wirkt wie Doppelbockstarkbier) habe ich das Wechseln der Farben des Meeres bewundert, der Atlantik bot von Smaragdgrün über Taubenblau bis Schwarz jede Farbschattierung an, schöner als jedes Kino.
Später gehts mit dem Zug nach Burgos, natürlich mit Umsteigen in Irun/Hendaye - wo wäre sonst die nationale Souveränität....
Sonntag, 3. Mai 2009
Wer nicht weiss
wann sein Zug losfährt muss halt eine Stunde zu früh aufstehen. Habe den Wecker auf 6 h gestellt weil ich7.05 h als Abfahrtszeit auf dem Sender hatte - der Zug ging aber dann doch erst um 7.40 h. So bin ich also noch zu einem Kaffee auf der Domplatte im 'Starbucks' gekommen...
gibt das Leben Dir eine Zitrone, mach eine Limo draus.....(oweia)
gibt das Leben Dir eine Zitrone, mach eine Limo draus.....(oweia)
Samstag, 2. Mai 2009
Aus dem ICE nach Köln
Habe soeben meine Reise begonnen. Vorhin war ich noch in der Kirche und habe meinen Segen erhalten, es war richtig schön. Antje, Achim und Gerd waren dort und haben mich verabschiedet, ich fühle mich jetzt gut gewappnet.
Erstaunlich auch, wie schwer so ein Abschied fällt - auch wenn es nur 3 Wochen sind. Vom Laden habe ich mich problemlos getrennt, Ingo und Holger werden es schon richten...
Schwer um's Herz ist es mir bei der Verabschiedung der Hunde und vor allem meiner Frau geworden; es ist eigenartig: auch wenn man sich manchmal seine Ruhe und Freiheit wünscht, ist es dann soweit, ist's auch nicht recht...Gut, das die Liebste ein paar Tage vor Reiseende nach Santiago kommt.
Heute abend schlafe ich im Hotel 'Santo', vorher gehe ich noch mit Freunden essen. Morgen geht's früh raus, der Thalys nimmt mich 7.15 mit nach Paris...
(O-Ton Zugdurchsage; In Hamm hammse Anschluss....)
Erstaunlich auch, wie schwer so ein Abschied fällt - auch wenn es nur 3 Wochen sind. Vom Laden habe ich mich problemlos getrennt, Ingo und Holger werden es schon richten...
Schwer um's Herz ist es mir bei der Verabschiedung der Hunde und vor allem meiner Frau geworden; es ist eigenartig: auch wenn man sich manchmal seine Ruhe und Freiheit wünscht, ist es dann soweit, ist's auch nicht recht...Gut, das die Liebste ein paar Tage vor Reiseende nach Santiago kommt.
Heute abend schlafe ich im Hotel 'Santo', vorher gehe ich noch mit Freunden essen. Morgen geht's früh raus, der Thalys nimmt mich 7.15 mit nach Paris...
(O-Ton Zugdurchsage; In Hamm hammse Anschluss....)
Donnerstag, 30. April 2009
Doch Burgos...
Ich kleines wankelmütiges Menschenkind habe mich entschieden! Jawoll!
Ich werde in Burgos starten und dann ohne weitere Transfers soweit gehen, wie es meine Knie und die Zeit zulassen.
Nachdem mein Pilgerbruder leider kurzfristig abgesagt hat und ich aus unterschiedlichsten Gründen überlegte, die Reise zu canceln, gönne ich mir nun auch ein wenig Flexibilität.
Also: Montag ab 12.15 h nach Burgos, Ankunft 17.03 h. Schick essen und schlafen (die 'Krise' scheint in Spanien angekommen zu sein: unglaublich gute Hotels für ebenso unglaublich kleines Geld) und dann - man mag es kaum glauben - am Dienstag die ersten Kilometer zu Fuss und Übernachtungen in Herbergen...
Ich werde in Burgos starten und dann ohne weitere Transfers soweit gehen, wie es meine Knie und die Zeit zulassen.
Nachdem mein Pilgerbruder leider kurzfristig abgesagt hat und ich aus unterschiedlichsten Gründen überlegte, die Reise zu canceln, gönne ich mir nun auch ein wenig Flexibilität.
Also: Montag ab 12.15 h nach Burgos, Ankunft 17.03 h. Schick essen und schlafen (die 'Krise' scheint in Spanien angekommen zu sein: unglaublich gute Hotels für ebenso unglaublich kleines Geld) und dann - man mag es kaum glauben - am Dienstag die ersten Kilometer zu Fuss und Übernachtungen in Herbergen...
Sonntag, 26. April 2009
Plan? Ungefähr so:
Am 2. Mai gegen 18 h geht's mit dem ICE nach Köln, dort übernachte ich und fahre um 7.15 h mit dem Thalys nach Paris. Da komme ich gegen 11.15 h an, trinke einen Kaffee im 'Terminus Nord', dann ab zum Flughafen Charles de Gaulle, von dort aus mit dem Flieger um 15.15 h nach Biarritz. Dort lande ich um 16.30 h und werde ebenda übernachten.
Vielleicht am Montag mit der Bimmelbahn nach St. Jean Pied de Port und schon mal bis Orisson laufen, dann bis Pamplona. Oder nach Burgos mit dem Zug und am nächsten Tag ohne jeden weiteren Transfer durchwandern bis Triacastela (das braune auf der Karte ist die Meseta).
Oder...
Vielleicht am Montag mit der Bimmelbahn nach St. Jean Pied de Port und schon mal bis Orisson laufen, dann bis Pamplona. Oder nach Burgos mit dem Zug und am nächsten Tag ohne jeden weiteren Transfer durchwandern bis Triacastela (das braune auf der Karte ist die Meseta).
Oder...
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