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Sonntag, 17. Mai 2009

Palas de Rei - Arzua

Palas de Rei - Arzúa
29 km
Wetter: Starker, starker Regen (in den letzten Stunden sind laut spanischem Wetterbericht 22 l/qm gefallen - 6 C
Schlafstätte: Hotel Suiza



Heute noch mal einen absoluten mentalen Tiefpunkt gehabt. Wenn ich nicht meilenweit in der Pampa gewesen wäre und spanische Taxis schwimmen könnten und ich eine verdammte Taxi-Telefonnummer gehabt hätte, ich hätte eins gerufen…

Habe wieder gut geschlafen und mir alle Zeit der Welt beim Packen gelassen, denn draußen regnete es. Gegen 9 h war klar, das es nicht besser würde, also rein in die feuchten Schuhe und raus auf den Camino. Ich hatte schon befürchtet, das nach dem Gewaltmarsch gestern auf der heutigen Etappe keine Geschwindigkeitsrekorde gebrochen würden, aber das…oweia…als hätte ich zusätzlich zum Rucksack noch eine englische Telefonzelle auf dem Rücken, so bin ich heute rumgeschlichen.

Dann hörte es auf zu regnen und fing an zu schütten. Ganz ehrlich, das waren keine Tropfen mehr, sondern…Wassermassen. Es geht die ganze Zeit leicht rauf und runter, im Grunde bin ich die ersten 15 km bis Melide in einem Bach marschiert. Am Anfang versucht man noch auf den Wegrand auszuweichen, aber da watet man knöcheltief im Schlamm - also lieber in der Mitte laufen und damit knöcheltief im Wasser.

Im Hotel gestern waren Ungarn (glaube ich), eine ganze Reisegruppe, die wollten eigentlich bis Melide gehen heute. Nach ca 9 km haben sie kapituliert und sind in einen Kleinbus gestiegen.
Nie wünschte ich mir sehnlicher einen ungarischen Pass…

Die meisten Pilger haben es aber durchgezogen heute, soweit ich das beurteilen kann. Augenblicklich kenne ich Niemanden mehr, vermutlich wg meiner recht langen Märsche. Andererseits (vielleicht lag’s aber wirklich nur am Wetter) grüßen die Radpilger gar nicht mehr und die Fusspilger auch nicht mehr alle. Man erkennt ganz gut an den Klamotten (dreckig oder gebügelt) und an der Hautbräunung (wer schon länger unterwegs ist, hat schon mehr Bräune) wer früher und wer später gestartet ist.
Es sind definitiv mehr Gruppen unterwegs, alle mit leichtem Gepäck, sie machen auch gemeinsam Pause - da kann’s dann schon mal ‘gemütlich’ werden in so einer kleinen Bodega…

Gestern habe ich noch geprahlt, das ich keine Blasen kenne: prompt hatte ich abends eine, vermutlich durch die Feuchtigkeit. Heute hat sie mich aber nicht behindert.

Sollte es morgen noch mal so schütten, fange ich um 8 h morgens an, Bier zu trinken….

2 Kommentare:

  1. zweiter versuch, zu posten und vielleicht klappt es ja, wenn ich cookies erlaube?!

    hallo michael! und? schüttet es noch (du armer hase!)? es ist wirklich spannend, deine reise zu verfolgen. also ich kann mir wandern mit rucksack im starkregen kaum vorstellen. frag mich auch, was für zauberschuhe zu an hast und vielleicht lässt du dich da das nächste mal einfach sponsern...von so einem schuh_hersteller. stelle mir schon den spot vor...das wird super.
    okay. findest du jetzt nicht lustig.

    halte durch, soldat!

    gabriele

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  2. danke, kamerad!

    ich kann mir wandern im regen mit rucksack auch nicht vorstellen - aber mir ein wenig selbsthass schafft man mehr, als man glaubt...;-)

    wir sehen uns in einer woche,

    m

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