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Samstag, 16. Mai 2009

Sarria - Portomarin - Palas del Rei

Sarria - Portomarin - Palas del Rei
44 km
Wetter: 6 - 9 C und Dauerregen
Schlafstätte: Hostal Benilde Sehr nette Atmosphäre, alles nagelneu, Einzelzimmer 32 €



Die 'noch 100 km bis Santiago' Marke habe ich heute nicht nur geknackt, sondern pulverisiert. Die Nacht gestern war ok, ich habe gut geschlafen aber vielleicht sollte jemand den Spaniern mal erklären, das man Türen auch mit der Klinke bedienen kann - dann muss man sie nicht laut lamentierend zuwerfen wenn man nachts um 1 h in's Hotelzimmer kommt.

Durch Sarria hindurch geht es ersteinmal steil bergauf in die Altstadt. Dort haben mindestens 5 neue Privatherbergen/Hostales geöffnet, eine schöner als die andere. Hätte ( hätte, hätte...) ich das vorher gewußt...

Der leichte Landregen wurde zum andauernden Starkregen. Zeit, um meinen in Astorga erworbenen Regenponcho auszupacken. Ich hasse es eigentlich, mit diesen Dingern zu laufen, weil man durch' s Schwitzen darunter genauso nass wird, als liesse man sich nassregnen; aber es goss einfach zu stark, und auch die Regenschutzhaube meines Rucksacks hat irgendwann keine Chance mehr. Dafür: keine Knieschmerzen mehr, und auch die Fressattacke gestern hatte mein Magen verkraftet.

Ausserdem machte ich nur eine Pause nach 2 Std (ca 10 km), dann erst wieder eine ganz kurze in Portomarin (nach ca 22 km). Nach der ersten Pause geschahen 2 Dinge: ich entdeckte den Grund für die Rückenschmerzen der letzten Tage ( nämlich: da ich ein paar Kilo verloren habe, sackte der gesamte Rucksack zuweit nach unten und belastete zu 90 % den Rücken - Bauchgurt enger gestellt, Schulterriemen nachgezogen: Problem gelöst!) und ich lernte Werner und Gisela aus Donaueschingen kennen; es war ein sehr kurzweiliges Laufen mit den Beiden. Mittags in Portomarin trennten sich unsere Wege.

Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mit dem Bus ein Teilstück zu fahren, aber wie Bus fahren, wenn keine Verbindung zwischen den Orten besteht? Also losgelaufen, und den alten 'Biss' wiederentdeckt, es ist dann, als stellt man auf 'Autopilot' - kein Denken mehr, nur noch ein Fuss vor den anderen. Eine Kaffepause habe ich dann noch gemacht, leider nicht allzuviele Bilder - einerseits regnete es zu stark, andererseits gab die Strecke entlang der Landstrasse auch nicht allzuviel her, später lief ich wie im Rausch.

Das 'Hotel' wird von einer absolut liebenswürdigen Frau betrieben (Benilde selbst ?), ich möchte es wärmstens weiterempfehlen, gerade für den Preis. Es ist übrigens 'completo'...

Die Wettervorhersagen für morgen verheissen auch nichts Gutes, aber da sind es ja zum Glück wieder nur 3okm, und zwar nach Arzua. Da habe ich vorbestellt - im ' Hotel Suiza'.
Nach den Massen, die ich seit Portomarin überholt habe, gehe ich aber so gar kein Risiko mehr ein....

Danken möchte ich heute...meinen 'Hanwag Banks' Wanderstiefeln. Die hielten fast den ganzen Tag dem Dauerregen stand, gegen Ende wankten sie, aber fielen nicht; das bisschen Feuchtigeit lief ab Nachmittag durch die nassen Hosenbeine in die Schuh. Das Profil hielt bombensicher auf dem schwierigen Geläuf, mit schlechten Schuhen hätte ich heute ein ganz langes Gesicht gezogen....

2 Kommentare:

  1. mein pilgerbruder,
    schön zu lesen, wie du durch die spanische einöde pilgerst.
    du rollst ja wie eine verlässliche, englische dampflok.

    buen camino y que te vaya muy bien

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  2. Ich rolle nicht nur wie eine Lok, ich schnaufe auch so...

    Alles Liebe nach Detmold,

    M

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